Das Hausbuch

Das beliebte Periodikum „Bayerisches Hausbuch“ kann wohl als jährlicher Höhepunkt allen Turmschreiber-Schaffens gelten. Längst sind die „Geschichten, Gedanken, Gedichte“ der Turmschreiber zu einem Klassiker geworden. Kein Wunder, denn in diesem alljährlich erscheinenden Buch steckt das ganze literarische Leben Bayerns.

War sie ein Luder? Eine Spinne, die die Männer verschlang? Und Ludwig I. ein Opfer ihrer Anziehungskraft? Lola Montez beflügelt bis heute die Fantasie. Auch die der Münchner Turmschreiber. Und so haben einige Mitglieder der süddeutschen Schriftstellervereinigung den Geburtstag von Elizabeth Rosanna Gilbert (so hieß sie mit bürgerlichem Namen), der sich 2021 zum 200. mal jährt, zum Anlass für eigene Gedankenspiele genommen. „Was ist übrig geblieben von ihr? Ein Zigarettenstummel im Münchner Stadtmuseum,“ analysiert beispielsweise Wolfgang Oppler.

Die verführerische Lola ist das „Sahnehäubchen“ auf dem neuen Hausbuch der Münchner Turmschreiber (nur echt aus dem Volk Verlag!!!). Traditionell tummeln sich darin Gedichte, Geschichten, Grafiken und mehr, die sich mit Bayern und der Welt befassen – Erkenntnisgewinn inklusive – über Nackerte in München zum Beispiel. Kämpferische Frauengestalten, Teufelspakte, ja sogar Wolpertinger und eine Leberwurst-Hymne stecken in diesem 39. Jahrgang des Hausbuches. Mal in Mundart, mal hochdeutsch. Und manchmal sogar beides. Die Dollarkönigin vom Starnberger See, eine Zugfahrt mit Tuba, Kindheitserinnerungen eines Landvermesser-Buben und Sekundengeschichten über Piraten – auch das wird literarisch verarbeitet. Und dass die Münchner Turmschreiber immer für überraschende Gedankengänge gut sind, wird selbstverfreilich auch unter Beweis gestellt.

Geht´s?

Do hom s` allaweil gsagt:

Dees geht net,
dees geht aa net
und
dees,
dees geht scho dreimoi net.

Oba jetzt,
ganz plötzlich,
geht’s doch
weil´s sonst
glei überhaupts
nimma geht.

Also, geht’s doch!

Helmut Eckl

41 Autorinnen und Autoren sind in dieser Ausgabe versammelt, darunter auch die jüngsten Neuzugänge der Münchner Turmschreiber: Moses Wolff ist Autor („Monaco“-Krimis), Schauspieler („Dahoam is Dahoam“) und Komiker. Jörg Maurer, vor allem bekannt durch seine Alpenkrimis um Kommissar Jennerwein, hat sich als Begründer des kultur-satirischen Musikkabaretts den Status einer lebenden Legende gesichert. Und Jaromir Konecny, Dr. der Chemie und Dozent für Künstliche Intelligenz, wertet die Wissenschaft als freier Schriftsteller, Poetry Slammer und Ausnahme-Bühnenliterat zu höchster Unterhaltungskunst auf.

Turmschreiber – Geschichten, Gedanken, Gedichte 2021
Das bayerische Hausbuch auf das Jahr 2021.
Volk Verlag München
ISBN: 978-3-86222-339-8
Broschur, 256 Seiten, mit zahlreichen farbigen Illustrationen

Bestellungen unter www.volkverlag.de